Austausch für alle: Neue Fachstelle für Internationale Jugendarbeit in Nürnberg gestartet

Ben­ja­min Dip­pold baut die Fach­stel­le inter­na­tio­na­le Jugend­ar­beit auf – Fokus auf Jugend­li­che ohne Zugang zu Austauschprogrammen

NÜRNBERG. Inter­na­tio­na­le Begeg­nun­gen berei­chern das Leben, doch nicht alle Jugend­li­chen erle­ben sie. Die neue Fach­stel­le für Inter­na­tio­na­le Jugend­ar­beit in Nürn­berg will das ändern. Seit Novem­ber koor­di­niert Ben­ja­min Dip­pold im Jugend­amt die inter­na­tio­na­len Akti­vi­tä­ten von über 30 Ein­rich­tun­gen der Offe­nen Kin­der- und Jugend­ar­beit. Zen­tra­les Ziel: vor allem Jugend­li­che ohne Zugang zu Aus­tausch­pro­gram­men für Aus­lands­er­fah­run­gen begeis­tern. Die Stif­tung Jugend­aus­tausch Bay­ern kofi­nan­ziert das zwei­jäh­ri­ge Modell­pro­jekt mit 140.000 Euro.

Zugang unab­hän­gig von Schu­le und Elternhaus

„In den Jugend­treffs, Kin­der- und Jugend­häu­ser, durch Mobi­le Ange­bo­te sowie Street­work errei­chen wir jun­ge Men­schen, die oft kei­ne Mög­lich­keit für inter­na­tio­na­len Aus­tausch haben. Ihre Schu­len bie­ten meist kei­ne Pro­gram­me an, die Fami­li­en kön­nen es sich nicht leis­ten oder es fehlt die nöti­ge Unter­stüt­zung. Das wol­len wir ändern und Aus­lands­er­fah­run­gen für alle zugäng­lich machen“, erklärt Ben­ja­min Dip­pold. Wer vor Ort die Kul­tur und den All­tag ande­rer Län­der erle­be, baue Vor­ur­tei­le ab, gewin­ne neue Per­spek­ti­ven und knüp­fe im bes­ten Fall Freund­schaf­ten über Gren­zen hin­weg, so der Sozialpädagoge.

Auf­bau auf bewähr­ter Grundlage

Nürn­berg pro­fi­tiert bereits von Exper­ti­se und inter­na­tio­na­ler Ver­net­zung: Die Abtei­lung Inter­na­tio­na­les, Pro­to­koll und Ver­an­stal­tun­gen im Bür­ger­meis­ter­amt, Städ­te­part­ner­schaf­ten und glo­ba­le Netz­wer­ke bil­den eine soli­de Basis. Bereits in der Ver­gan­gen­heit führ­ten zehn Ein­rich­tun­gen der Offe­nen Kin­der- und Jugend­ar­beit Aus­tausch­pro­jek­te in euro­päi­schen Part­ner­städ­ten durch.

„Wir wis­sen aus eige­ner Erfah­rung, wie posi­tiv sich Aus­tausch auf Jugend­li­che aus­wirkt. Mit der Fach­stel­le bau­en wir das nun sys­te­ma­tisch aus“, sagt Jür­gen Reu­ther, Abtei­lungs­lei­ter Kin­der- und Jugend­ar­beit im Jugend­amt Nürn­berg, der die Ein­rich­tung seit 2021 begleitet.

Zen­tra­le Anlauf­stel­le mit kla­ren Aufgaben

Die Haupt­auf­ga­ben der Fach­stel­le lie­gen in der Bera­tung und Koor­di­na­ti­on. Sie plant inter­na­tio­na­le Pro­jek­te, beglei­tet die Ein­rich­tun­gen von der Vor- bis zur Nach­be­rei­tung und qua­li­fi­ziert Fach­kräf­te für die Anfor­de­run­gen inter­na­tio­na­ler Jugend­ar­beit. Zudem wirbt sie wei­te­re För­der­mit­tel ein – vor allem EU-Gel­der – und über­nimmt Antrags­stel­lung und Abrechnung.

Somit sol­len 60 Pro­zent der Fach­kräf­te in der Nürn­ber­ger Jugend­ar­beit wäh­rend der zwei­jäh­ri­gen Pro­jekt­lauf­zeit mit inter­na­tio­na­len Aus­tausch­pro­gram­men in Kon­takt kom­men und Jugend­li­chen neue Mög­lich­kei­ten eröffnen.

Neue Part­ner­schaf­ten mit Wirt­schaft und Zivilgesellschaft

Eben­so sol­len Unter­neh­men als Part­ner gewon­nen wer­den. „Bei begrenz­ten öffent­li­chen Mit­teln sind neue Part­ner­schaf­ten ent­schei­dend. Die Zusam­men­ar­beit mit Wirt­schaft und Zivil­ge­sell­schaft bie­tet gro­ße Chan­cen“, betont Judith Fes­ser, Pro­gramm­re­fe­ren­tin der Stif­tung Jugend­aus­tausch Bay­ern. Die Stif­tung setzt vor allem auf Koope­ra­tio­nen und Netz­wer­ke, um jedem jun­gen Men­schen in Bay­ern einen inter­na­tio­na­len Aus­tausch zu ermöglichen.

Als nächs­ten Schritt pla­nen Stif­tung und Fach­stel­le einen Modell­bei­rat, in dem auch Ver­tre­ter der Nürn­ber­ger Zivil­ge­sell­schaft und Wirt­schaft neue Per­spek­ti­ven ein­brin­gen. Dadurch sol­len auch ganz neue Akteu­re die Rele­vanz von Jugend­aus­tausch für sich ent­de­cken. So kön­nen z. B. Unter­neh­men ihre Attrak­ti­vi­tät als Aus­bil­dungs­be­trie­be durch inter­na­tio­na­le Ange­bo­te für ihre Azu­bis stei­gern. Der Wert des inter­na­tio­na­len Jugend­aus­tauschs für alle Jugend­li­chen soll so in Nürn­berg sicht­ba­rer und rele­van­ter und als The­ma für die gesam­te Stadt­ge­sell­schaft wahr­ge­nom­men werden.

Vor­bild für ande­re Städ­te und Kommunen

Das Nürn­ber­ger Modell­pro­jekt soll Impul­se für ganz Bay­ern set­zen. Durch die Bün­de­lung von Res­sour­cen und neue Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten ent­steht ein Kon­zept, das ande­re Städ­te und Kom­mu­nen zur Ent­wick­lung eige­ner Inter­na­tio­na­li­sie­rungs­stra­te­gien anre­gen kann.

Kon­takt:

Jugend­amt der Stadt Nürn­berg
Fach­stel­le für Inter­na­tio­na­le Jugend­ar­beit
Ben­ja­min Dippold

Tel.: +49 151 70681977
Mail: Benjamin.Dippold@stadt.nuernberg.de